Battle of the Binge

Jetzt haben wir uns gerade daran gewöhnt, dass Netflix und andere Streaming-Dienste die Lösung aller unserer Fernsehprobleme sind, da ist die schöne, werbefreie Fernsehzukunft auch schon wieder in Gefahr. Josef Adalian berichtet in einem höchst interessanten Artikel auf Vulture über den Kampf der amerikanischen Fernsehsender um erweiterte Streaming-Rechte für ihre Serien.

Im Kern geht es darum, dass die Sender in ihren Mediatheken alle bereits gesendeten Folgen der aktuellen Staffel ihrer Serien anbieten möchten und nicht nur die letzten fünf Folgen, wie das bislang der Fall ist. Im Gegensatz zu Netflix laufen die Serien dort mit unüberspringbaren Werbeblöcken. So wollen die Sender ihre durch Time-Shifting schwindenden Werbeeinnahmen erhöhen.

Netflix wiederum droht damit, deutlich weniger für Serien zu zahlen, sollten die Fernsehsender die Serien über ihre Portale komplett anbieten. Und das wiederum finden die Studios, die die Serien herstellen nicht so lustig, ist Netflix für sie doch in den letzten Jahren zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden. Möglicherweise ziehen im Hintergrund auch noch die Kabelnetzbetreiber die Fäden, denen der Erfolg von Netflix ein Dorn im Auge ist, auch wenn einige von ihnen Netflix demnächst in ihr Programmangebot aufnehmen.

Es ist also einiges in Bewegung. Die Fernsehsender, die sich bislang äußerst selbstbewusst gegenüber den aktuellen Umbrüchen gegeben haben, starten ihr erstes großes Rückzugsgefecht. Ob sie auf Dauer eine Chance haben, ihr werbefinanziertes Geschäftsmodell des linearen Fernsehens gegen die sich nachhaltig ändernden Sehgewohnheiten zu verteidigen, scheint allerdings mehr und mehr zweifelhaft.

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