Billy Mernit über Sex-Szenen

RomCom-Guru Billy Mernit stellt auf seinem unterhaltsamen Blog „Living the Romantic Comedy“ die Frage, warum Sex-Szenen in Filmen eigentlich immer so langweilig sein müssen. Sie fallen meistens entweder in die Kategorie „romantisch“ oder in die Kategorie „heiß&fettig“ und erzählen in der Regel kaum mehr, als dass sich ein Paar liebt oder wie scharf es gerade aufeinander ist.

Sex-Szenen, die die Handlung vorantreiben oder etwas über die Figuren erzählen, sind nicht nur in romantischen Komödien rar gesät. Dabei könnte der intime Kontakt und das was dabei zwischen Figuren geschieht eigentlich ein äußerst ergiebiges Thema sein. Dass das viel zu selten passiert, hat sicherlich einerseits mit der Schere im Kopf der Autoren zu tun und andererseits mit der nicht selten kniffligen Frage, wie man was zeigen oder gerade noch andeuten kann ohne dass gleich die FSK auf den Plan tritt. Aber sicherlich wäre hier viel mehr möglich, wenn man sich nur traute.

Mernit nennt als ein gelungenes Beispiel für eine nicht nur oberflächliche Sex-Szene die „Doggy-Style“-Szene aus „Knocked up“, der in Deutschland immerhin ab 12 Jahren freigegeben wurde. Wesentlich expliziter wird es offenbar in der Serie „Girls“, bei der Sex-Szenen als selbstverständlicher Teil der Handlung schon zu einer Art Markenzeichen geworden sind und deren jüngste Folge in den USA heftige Kontroversen ausgelöst hat.

Da die FSK-Verantwortlichen in den Sendern bei deutschen Produktionen jedoch gerne ganz besonders genau hinsehen – man denke nur an die drakonische FSK-16-Einstufung des harmlosen Polizeirufs „Denn sie wissen nicht, was sie tun“ – wird es in Deutschland aber vermutlich nie so weit kommen.

Trotzdem kann mehr Mut und mehr Phantasie nicht schaden – beim Sex so wenig wie beim Schreiben von Sex-Szenen.

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