Drama Blog http://drama-blog.de Artikel und Fundsachen aus der Blogosphäre zum Thema Drehbuchschreiben und Film Wed, 16 May 2018 21:05:25 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.7 Alles hat ein Ende… http://drama-blog.de/alles-hat-ein-ende/ http://drama-blog.de/alles-hat-ein-ende/#comments Wed, 16 Sep 2015 20:35:44 +0000 http://drama-blog.de/?p=3385 ]]> Leider kann ich diesen Blog aus Zeitmangel nicht weiterführen. Es erscheinen keine neuen Beiträge mehr.

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Warum wir Geschichten erzählen http://drama-blog.de/warum-wir-geschichten-erzaehlen/ http://drama-blog.de/warum-wir-geschichten-erzaehlen/#comments Wed, 17 Jun 2015 09:15:31 +0000 http://drama-blog.de/?p=3352 Continue reading 
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In einem interessanten Beitrag auf TED stellt Yuval Noah Harari eine für Geschichtenerzähler charmante These auf: die Menschheit sei als Art vor allem deshalb so erfolgreich, weil sie die Fähigkeit entwickelt habe, Geschichten zu erzählen.

Zusammengefasst lautet das Argument: Was Menschen im Vergleich mit anderen Arten auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, in großen Gruppen zusammenzuarbeiten. Um eine große Gruppe von Individuen dazu zu bringen, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, braucht es eine fiktionale Geschichte, an die alle glauben: Religionen, Nationen, Geld oder – Menschenrechte.

Die großen Kulturleistungen der Menschheit gehen für Yuval Noah Harari damit grundsätzlich auf die Fähigkeit des Geschichtenerzählens zurück.

Zugegeben: für diese Fähigkeit braucht es auch noch Kleinigkeiten wie ein hoch entwickeltes Selbst-Bewusstsein und Sprache. Beides reicht aber für sich nicht dafür aus, sich die Welt untertan zu machen. Dafür braucht es vielleicht wirklich den einigenden Glauben an eine fiktionale Geschichte.

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Loslassen lernen http://drama-blog.de/loslassen-lernen/ http://drama-blog.de/loslassen-lernen/#comments Sat, 14 Feb 2015 09:51:15 +0000 http://drama-blog.de/?p=3336 Darauf hat Deutschland gewartet: Mit dem Lob der New York Times für die RTL-Serie „Deutschland 83“ und dem Ritterschlag ihrer Ausstrahlung im US-Kabelfernsehen scheint das Goldene Zeitalter des Fernsehens endlich auch bei uns anzubrechen, wie David Denk für die Süddeutsche Zeitung … Continue reading 
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Darauf hat Deutschland gewartet: Mit dem Lob der New York Times für die RTL-Serie „Deutschland 83“ und dem Ritterschlag ihrer Ausstrahlung im US-Kabelfernsehen scheint das Goldene Zeitalter des Fernsehens endlich auch bei uns anzubrechen, wie David Denk für die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Deutschland-83

Natürlich ist es eine schöne Ohrfeige für die Öffentlich-Rechtlichen, dass der „Spagat zwischen Konventionalität und Anspruch“, der „Deutschland 83“ offenbar gelingt, ausgerechnet von RTL produziert wurde, dem ehemaligen Kommerz-Schmuddelkind der deutschen Fernsehlandschaft, auf das die wohlmeinenden Redakteure von ARD und ZDF so gern herabsehen.

Den Schlüssel zum Erfolg sieht David Denk – wieder einmal – in der Emanzipation der Autoren:

„Wenn die Redaktionen, vor allem bei den Öffentlich-Rechtlichen, vom Boom der Qualitätsserie nachhaltig profitieren wollen, müssen sie loslassen, vertrauen lernen. Denn Serien-Fernsehen ist kein Redakteurs-Fernsehen – Serien-Fernsehen ist Autoren-Fernsehen.“

Diesen Satz wünscht man sich dutzendfach großformatig ausgedruckt an die Wände deutscher Redaktionszimmer genagelt. Denn dann steht dem schönen neuen Serienzeitalter auch in Deutschland nichts mehr im Weg.

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Der tote Hund und der Zuschauer http://drama-blog.de/der-tote-hund-und-der-zuschauer/ http://drama-blog.de/der-tote-hund-und-der-zuschauer/#comments Sun, 29 Jun 2014 12:21:23 +0000 http://drama-blog.de/?p=3311 Die Eröffnungsszene von „House of Cards“, in der Kevin Spacey als Frank Underwood einen angefahrenen Hund tötet, ist deshalb so berühmt, weil sie mit einem ehernen Gesetz des Fernsehens bricht, nämlich, dass die Hauptfiguren zuallererst sympathisch zu sein haben. Die Szene … Continue reading 
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Die Eröffnungsszene von „House of Cards“, in der Kevin Spacey als Frank Underwood einen angefahrenen Hund tötet, ist deshalb so berühmt, weil sie mit einem ehernen Gesetz des Fernsehens bricht, nämlich, dass die Hauptfiguren zuallererst sympathisch zu sein haben.

Die Szene ist auch deshalb so berühmt, weil sie beispielhaft zeigt, wie anders die neuen Fernsehserien im Gegensatz zu denen der Mainstream-Fernsehsender funktionieren.

Bei einem Podiumsgespräch zwischen dem langjährigen Disney-Boss Michael Eisner und „House of Cards“ Showrunner Beau Willimon, hat Willimon erzählt, dass die Szene bei der Entwicklung durchaus kontrovers diskutiert wurde: die Serie würde in den ersten 30 Sekunden die Hälfte ihres Publikums einbüßen, wurde Willimon immer wieder gewarnt.

Doch Netflix ließ sich von Willimon und David Fincher überzeugen, die Eröffnungsszene trotzdem zu behalten – und wurde so zum künstlerischen Triumph über die Tyrannei des Harmlosen, die das massentaugliche Fernsehen so sehr beherrscht.

Tatsächlich büßte „House of Cards“ einen großen Teil des Publikums durch diese Szene ein, wie Netflix-Chef Reed Hastings, kürzlich offenbarte“A lot of people just—click, turned offWhen we watch the stats, it’s like this,” he said, pointing to the floor.

Allerdings ist die Serie vermutlich ohnehin nichts für Leute, die eine solche Szene nicht aushalten, wie Beau Willimon völlig richtig anmerkt. Ob sie nach 30 Sekunden abschalten oder die zweite Folge nicht mehr ansehen, ist letztlich egal. Für die Zuschauer, die es nach etwas anderem als der ewig gleichen weichgespülten Fernsehunterhaltung dürstet, ist die Eröffnungsszene jedoch ein Signal: hier bekommt ihr was anderes zu sehen.

So erfrischend es also einerseits ist, wenn bei Fernsehserien Konventionen gebrochen werden und anders erzählt wird, so deutlich sind auch die Auswirkungen auf die Zuschauerzahlen. Es ist daher leider auch nicht zu erwarten, dass deutsche Free-TV-Sender, ob öffentlich-rechtlich oder privat, demnächst derartige Serien machen werden.

Aber auch fürs Mainstream-Fernsehen gilt: es lohnt sich, Risiken einzugehen und das Publikum herauszufordern. Es muss ja nicht gleich in der Eröffnungsszene ein Hund erwürgt werden. Aber der Weg des geringsten Widerstands führt letzten Endes doch nur zur größten Langweile. Und daran sollten auf lange Sicht auch Mainstream-Sender kein Interesse haben.

Update: Das vollständige Gespräch zwischen Eisner und Willimon kann man hier ansehen.

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Alle Theorien in einem Chart http://drama-blog.de/alle-theorien-einem-chart/ http://drama-blog.de/alle-theorien-einem-chart/#comments Sun, 08 Jun 2014 12:43:22 +0000 http://drama-blog.de/?p=3293 Jedem, der sich ausführlich mit Drehbuchtheorien auseinandergesetzt hat, dürfte aufgefallen sein, dass jeder dieser Drehbuch-Gurus sein eigenes Vokabular für das mehr oder weniger identische Konzept verwendet: das der klassischen Drei-Akt-Struktur. Die Autorin Ingrid Sundberg hat sich in einer wunderbaren Fleißarbeit die Mühe … Continue reading 
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Jedem, der sich ausführlich mit Drehbuchtheorien auseinandergesetzt hat, dürfte aufgefallen sein, dass jeder dieser Drehbuch-Gurus sein eigenes Vokabular für das mehr oder weniger identische Konzept verwendet: das der klassischen Drei-Akt-Struktur.

Die Autorin Ingrid Sundberg hat sich in einer wunderbaren Fleißarbeit die Mühe gemacht, die unterschiedlichen Begrifflichkeiten der gängigsten Drehbuchtheorien in einem Schaubild zusammenzufassen.

Neben den Drei-Akt-Propheten Syd Field und Robert McKee enthält die Grafik unter anderem die beiden „Monomyth“-Vertreter Joseph Campbell und Christopher Vogler und natürlich darf auch der derzeit so angesagte Blake Snyder („Save the Cat“) nicht fehlen.

Sehr interessant und äußerst hilfreich, wenn in einer Drehbuchbesprechung mal wieder völlige Begriffsverwirrung herrscht (via Flixe).

Drei-Akt-Modelle

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Downton Abbeys Julian Fellowes über den Vorteil der Serie http://drama-blog.de/downton-abbeys-julian-fellowes-ueber-den-vorteil-der-serie/ http://drama-blog.de/downton-abbeys-julian-fellowes-ueber-den-vorteil-der-serie/#comments Tue, 20 May 2014 11:38:43 +0000 http://drama-blog.de/?p=3283 Die Los Angeles Times hat einige der besten Autoren und Showrunner zu einem Gespräch an einen runden Tisch gesetzt: Julian Fellowes (Downton Abbey), Beau Willimon (House of Cards), Michelle Ashford (The Americans) und Scott M. Gimple (The Walking Dead). In … Continue reading 
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Die Los Angeles Times hat einige der besten Autoren und Showrunner zu einem Gespräch an einen runden Tisch gesetzt: Julian Fellowes (Downton Abbey), Beau Willimon (House of Cards), Michelle Ashford (The Americans) und Scott M. Gimple (The Walking Dead).

In einem kleinen Ausschnitt erklärt Julian Fellowes, warum es so viel interessanter ist, eine Serie zu schreiben als einen Kinofilm und gerät im Anschluss ein wenig mit Beau Willimon aneinander.

Sehenswert!

RoundTable

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Drehbücher zu Serienpiloten http://drama-blog.de/drehbuecher-zu-serienpiloten/ http://drama-blog.de/drehbuecher-zu-serienpiloten/#comments Sun, 11 May 2014 13:06:19 +0000 http://drama-blog.de/?p=3273 Zurück zum alten Mantra: „Mehr Drehbücher lesen!“ Angelika Unterholzner weist auf ihrem immer lesenswerten Blog Flixe auf eine Sammlung der zehn beliebtesten Drehbücher zu Serienpiloten hin. Mit dabei sind neben den Pilotfolgen zu „Breaking Bad“, „Lost“ und „Mad Men“ auch die Sitcoms … Continue reading 
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Breaking BadZurück zum alten Mantra: „Mehr Drehbücher lesen!“ Angelika Unterholzner weist auf ihrem immer lesenswerten Blog Flixe auf eine Sammlung der zehn beliebtesten Drehbücher zu Serienpiloten hin.

Mit dabei sind neben den Pilotfolgen zu „Breaking Bad“, „Lost“ und „Mad Men“ auch die Sitcoms „30 Rock“, „Modern Family“ und „New Girl“.

Also nicht lang fackeln: runderladen und lesen!

 

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Von der Seifenoper zur Kunstform http://drama-blog.de/von-der-seifenoper-zur-kunstform/ http://drama-blog.de/von-der-seifenoper-zur-kunstform/#comments Mon, 05 May 2014 14:28:24 +0000 http://drama-blog.de/?p=3233 Während sich die inhaltliche Diskussion in Deutschland nach wie vor um die Frage dreht, wie man auch in unserer Fernsehlandschaft horizontal erzählte Serien mit nicht uneingeschränkt sympathischen Hauptfiguren erzählen könnte, geht die Entwicklung der Serien in den USA bereits einen Schritt weiter, … Continue reading 
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Während sich die inhaltliche Diskussion in Deutschland nach wie vor um die Frage dreht, wie man auch in unserer Fernsehlandschaft horizontal erzählte Serien mit nicht uneingeschränkt sympathischen Hauptfiguren erzählen könnte, geht die Entwicklung der Serien in den USA bereits einen Schritt weiter, wie Matt Zoller Seitz in einem äußerst lesenswerten Artikel auf Vulture zeigt.

Die Renaissance der Fernsehserie wurde letztlich durch das Aufbrechen der in sich geschlossenen Episodenstruktur hin zu staffelübergreifender, horizontaler Erzählweise ausgelöst, die es ermöglicht, wesentlich komplexere Geschichten und tiefere Figurenentwicklungen zu erzählen. Erst dadurch konnte das künstlerisch bis dato eher belächelte Erzählformat Fernsehserie eine erzählerische Kraft entfalten, die an die der besten Romane heranreicht.

Allerdings hat sich schnell gezeigt, dass die horizontale Erzählweise im Umkehrschluss auch bedeutet, dass man eine Serie nicht mehr beliebig lang, open-end, fortsetzen kann. Denn wenn es eine horizontale Entwicklung der Figuren gibt, dann muss die auch irgendwann zu einem Ende kommen, wenn es nicht hanebüchen werden soll.

Das selbe gilt für die Handlung: „Homeland“ hat eindrucksvoll gezeigt, wie man eine Serie ruinieren kann, wenn man die Prämisse einer Geschichte überdehnt und auf Teufel hinaus versucht, Staffel um Staffel aus ihr herauszupressen.

Im Gegensatz dazu beruht die herkömmliche Fernsehserie mit ihren abgeschlossenen Episoden im Wesentlichen darauf, dass am Ende einer Episode wieder die Ausgangssituation hergestellt ist. Man hat es hier letztlich mit statischen Figuren zu tun, die sich über die einzelnen Episoden hinweg gar nicht oder nur kaum verändern. Erzählerisch bleibt man damit in einer einmal etablierten Ausgangssituation und erzählt nur immer wieder nur neue Episodengeschichten, in denen nichts wirklich Bahnbrechendes passieren darf, weil das nur die Zuschauer irritieren würde, die diese Folge verpasst haben.

Kein Wunder also, dass die horizontal erzählten Serien das Publikum so beeindrucken: sie eröffnen eine völlig neue Dimension des Geschichtenerzählens.

Die Form wird aufgebrochen

Das alles geschah bislang aber immer noch innerhalb einer relativ rigiden Struktur, die sich aus dem Programmschema der linearen Fernsehsender ergab: Episoden von 50 Minuten Länge, Staffeln aus acht bis zwölf Folgen – und davon möglichst viele.

Diese formale Limitierung wird bei den neuesten amerikanischen Serien immer mehr aufgebrochen: „True Detective“ erzählt in jeder Staffel einen anderen Fall mit einem anderen Ermittlerteam in einer anderen Stadt. „Fargo“besteht aus zehn nur lose miteinander verknüpften, eigenständigen Geschichten. Die meisten Folgen der letzten Staffel von „Sons of Anarchy“ waren deutlich länger als 50 Minuten und das Finale kam, wie bei „Breaking Bad“, in Spielfilmlänge.

Möglich wird diese formale Experimentierfreude durch die veränderten Sehgewohnheiten der Zuschauer, die sich per Stream oder DVD lieber eine Folge nach der anderen ansehen, anstatt eine ganze Woche zu warten, bis im Fernsehen gerade mal eine weitere Folge ausgestrahlt wird.

Dass sich das starre Erzählschema aufzulösen beginnt, ist damit auch ein Zeichen dafür, wie stark das klassische lineare Fernsehen inzwischen an Einfluss verloren hat. Es sind nicht mehr die Fernsehsender, die aus programmlichen Gründen diktieren, wie eine Serie auszusehen hat – es ist zunehmend die Geschichte selbst, die ihre Erzählform bestimmt, befeuert durch ein Publikum, das nach außergewöhnlichen Geschichten dürstet.

Wie Seitz schreibt, erobert das Fernsehen damit nicht unbedingt Neuland, vielmehr kehrt es zu seinen Ursprüngen zurück. Wie neu und revolutionär uns diese Erzählformen heute vorkommen, zeigt vor allem, wie durchkonfektioniert und zielgruppenoptimiert das lineare Fernsehen seit den 80er Jahren geworden ist.

Das Schwere Erbe der Seifenoper

Auch in Deutschland gab es bis in die 90er Jahre hinein horizontal erzählte Serien, die vielschichtige Figuren und komplexe Geschichten erzählt haben – und beim Publikum ankamen: die 13-teilige Serie „Rote Erde“ etwa, die die Geschichte einer Bergarbeiterfamilie zwischen dem Ende des 19. und der Mitte des 20. Jahrhunderts im Ruhrgebiet erzählte. Oder Edgar Reitz‘ Serie „Heimat“ von 1984, die in elf Episodenin unterschiedlichen Längen zwischen 58 und 138 Minuten erzählt wurde und ein riesiges Publikum erreichte (bevor sich Reitz mit den weiteren „Staffeln“ zunehmend dem Publikum verweigerte).

Dass es in Deutschland keine Serientradition gebe, wie immer mal wieder behauptet wird, ist also schlicht und einfach falsch. Wir haben es nur verlernt. Erst mit dem Aufkommen des Privatfernsehens ist es durch konsequente Quoten- und Profitmaximierung zu einer auf Massengeschmack getrimmten Vereinheitlichung des fiktionalen Erzählens gekommen, die das Publikum heute mehrheitlich langweilt.

Das geht aber nicht nur uns so, sondern auch dem amerikanischen Publikum. Denn die erzählerische Massenkonfektionierung ist nur die logische Konsequenz eines sich aus Werbeeinnahmen finanzierenden linearen Fernsehens. Schließlich geht es dem nicht darum, dem Publikum ein möglichst attraktives Produkt in Form möglichst guter Geschichten zu liefern, sondern darum, ein möglichst großes homogenes Publikum für ihre Werbung zu generieren. Die daraus als Werberahmenprogramm entstandenen Seifenopern prägen bis heute die Dramaturgie der Fernsehserie der Mainstream-Sender: in sich geschlossene Episoden ohne größere horizontale Entwicklungen mit sympathischen Hauptfiguren und Geschichten, die niemanden verschrecken. Wie bei allen werbefinanzierten Unternehmungen ist eben auch beim kommerziellen Fernsehen das Publikum das Produkt – der Kunde ist der Werbetreibende.

Nur durch die einzigartige wirtschaftliche Dynamik des amerikanischen Kabelfernsehmarktes konnte der Zuschauer wieder zum Kunden und die Serie wieder zum Produkt werden, das der sich aussucht. Erst die künstlerische Befreiung von der Diktatur der Quote hat zum neuen goldenen Zeitalter des Fernsehens geführt – und findet deshalb auch nach wie vor weitgehend abseits des klassischen linearen Fernsehens statt, dessen Abhängigkeit von der Quote durch stetig sinkende Marktanteile eher noch größer wird.

Streaming-Anbieter wie Netflix und Amazon werden diesen Trend noch ungemein verstärken. Ohne das Gefängnis des rigiden Programmschemas der linearen Fernsehsender sind sie perfekt dazu in der Lage, dem Publikum das zu bieten, was es will. Wie hat Kevin Spacey es so schön auf den Punkt gebracht? „Give people what they want, when they want it, in the form they want it in.“

Die große Hoffnung, die das deutsche Publikum in einen Start von Netflix in Deutschland setzt, gründet sicherlich auch in der diffusen Ahnung, dass nur finanzstarke Akteure mit einem neuen Geschäftsmodell in der Lage sein werden, die verkrusteten Erzählkonventionen der deutschen Fernsehserie aufzubrechen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, aber der Erfolg der neuen amerikanischen Serien beweist vor allem eines: Erst wenn sich die Fernsehserie vom Fernsehen emanzipiert, kann sie ihr volles Potential entfalten. Befreit von formalen wie inhaltlichen Erzählzwängen hat sie das Zeug dazu, zur bedeutendsten Kunstform unserer Zeit zu werden. Die Entwicklung zeigt klar in diese Richtung.

Das goldene Zeitalter der Fernsehserie hat erst begonnen.

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Der tote Hund http://drama-blog.de/der-tote-hund/ http://drama-blog.de/der-tote-hund/#comments Thu, 01 May 2014 10:39:56 +0000 http://drama-blog.de/?p=3216 Ein dramaturgischer Beitrag zum Thema Kultserien Ein Gastbeitrag von Jürgen Seidler   Wer sich erinnert: Die Serie „House of Cards“ beginnt damit, dass der Protagonist Francis Underwood einen angefahrenen Hund erwürgt. Dabei spricht er über Schmerzen, die er in zwei … Continue reading 
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Ein dramaturgischer Beitrag zum Thema Kultserien

Ein Gastbeitrag von Jürgen Seidler

 

Wer sich erinnert: Die Serie „House of Cards“ beginnt damit, dass der Protagonist Francis Underwood einen angefahrenen Hund erwürgt. Dabei spricht er über Schmerzen, die er in zwei Kategorien einteilt, in solche die unnötig sind und in solche, die einen stärker machen.

Dieser tote Hund steht für mich zeichenhaft für eine andere Dramaturgie, die mit dieser und weiteren Serien, einhergeht. Das Tier, als mögliches Objekt der Einfühlung und Identifikation, wird getötet. Wenig später, noch bevor wir die Titel der Serie lesen, spricht der Protagonist zu uns, dem Zuschauer und erklärt die politischen Zusammenhänge, in die uns die Serie entführen wird. Dieses Brechtsche Moment der Ansprache an die Zuschauer und die Verweigerung der emotionalen Einfühlung bestimmen diese jüngste amerikanische Serie, die wir auch in Deutschland breit und feuilletonistisch diskutieren. Dieser schon sehr entwickelten Diskussion möchte ich einige Aspekte als Autor und Dramaturg anfügen, der vor allem in Deutschland sein Brot verdient.

Standen bei den „Sopranos“ und auch noch in „Breaking Bad“ die Familie als moralischer, wertehaltiger Bezug im Mittelpunkt der Erzählung, so ist dieser uramerikanische Wert in „House of Cards“ aufgegeben worden. Es zählt nur noch die egozentrische Liebe zu sich selbst, die Anbetung des Ichs. In allen dreien dieser Serien sind die männlichen Protagonisten Mörder, was schon einen wesentlichen Paradigmenwechsel darstellte. Die Verweigerung weiterer emphatischer Mittel zur Identifikation mit den Protagonisten ist nur ein konsequenter Schritt.

Tatsächlich aber „zeigt“ uns diese Serie genau diesen Verlust von Moral und Ethik in unseren Gesellschaften. Sie legt die Mechanismen von Politik bloß, erzählt uns von unbarmherzigen Machtmechanismen, die uns regieren. Damit verweist diese Serie, wie andere davor, mit ihren erzählerischen Mitteln, mit ihrer Dramaturgie und ihren Inhalten auf die Gesellschaft zurück und erzählt von einem ungeheuren Verlust. Durch diese amerikanische Serien kommen Brechtsche Mittel des Erzählens wieder zu uns zurück. Wäre es nicht an der Zeit Brecht, als einen unserer wichtigsten Autoren, wieder zu beleben und zumindest einige seiner Überlegungen für das Erzählen von Geschichten zu nutzen?

Die Autoren, die nicht mehr nur als Ideengeber fungieren, sondern auch als Produzenten im Zentrum stehen, erlauben sich klare Haltungen und Positionen. Sie setzen sich aus, nehmen die Dinge des Erzählens in die eigene Hand und gehen auf Konfliktkurs. Diese Autoren haben begonnen den gesellschaftlichen Raum zurückzuerobern und moralische Fragen zu stellen. Damit sabotieren sie auch das Konsensgeschäft des Fernsehens. Das funktioniert, wie wir wissen, nur wenn die Autoren ins Zentrum des Geschehens rücken und neben den kreativen Produzenten das Sagen haben – nicht die Redakteure und nicht die Regisseure.

Ein weiteres dramaturgisches Mittel dieser Art von Serie ist die horizontale Erzählung. Damit wird eine starke Bindungswirkung des fortlaufend erzählten Romans genutzt. Allerdings kann die Dramaturgie des Romans bewusst das Abgeschlossene und Fertige verweigern, und damit auch die Beherrschbarkeit der Erzählung. Es kann innerhalb der Geschichte immer so weiter gehen oder immer schlimmer werden (wie in „Breaking Bad“). Wie nie zuvor in der westlich geprägten Film-und Fernsehgeschichte hat sich die episodische Form der Erzählung ihren Raum erobert. Man könnte auch sagen, dass noch nie so viel Geld in das episodische Erzählen investiert wurde – wenn man die Soap-Serien mal aussen vor lässt.

Deutsche Serien waren bisher von Fallstrukturen bestimmt, von vertikalen Erzählstrukturen. In jeder Episode wurde am Ende eine Norm wieder hergestellt, eine psychische, physische oder rechtliche Verletzung geheilt. Der „Tatort“, dieses mediale Lagerfeuer unseres Landes, macht dies noch heute. Wenn am Ende der Erzählung der Mörder gestellt ist, hat der gesellschaftlich beauftragte Ermittler – wie kaputt oder gesund er auch sein mag – den Bruch geheilt, den Abgrund wieder zugeschüttet.

In den genannten amerikanischen Serien gilt dies nicht mehr. Der Ausgang ist ungewiss, die Norm wird nicht mehr hergestellt. Das Böse entkommt, kann nicht mehr bestraft, sein moralisches Rätsel nicht mehr gelöst werden. Die horizontale Form der Erzählung ermöglicht den Autoren eine starke Drohung an das Publikum: „Es geht nicht gut aus!“

Selbstverständlich kann sich auch der dramatisch erzählte, einzelne Film einem positiven Ende verweigern. Nimmt diese Haltung aber eine viele Millionen schwere, weltweit beachtete Serie ein, so hat dies, zumindest für die aktuelle Diskussion, mehr Relevanz. Und dabei ist es unerheblich, ob diese mit negativen Helden bevölkerten Serien, in absoluten Zahlen mehr oder weniger Zuschauer erreichen, als der deutsche Tatort. Allein die Diskussion um diese Art von Inhalten und Form, der in unserem Geschäft beteiligten Mitspieler, also Programmdirektoren, Redakteuren, Produzenten und Autoren machen diese Erzählungen zu relevanten Stoffen.

Dass diese Auseinandersetzung auch in Deutschland angekommen ist, kann aktuell bei „Der letzte Bulle“ besichtigt werden, dessen letzte Staffel horizontal erzählt wird. Wie man hört hat der Hauptdarsteller Henning Baum dafür seinen ganzen Einfluss genutzt. Der Mut von Sat.1 wurde mit guten Quoten belohnt.

Mit diesen Serien wird also eine Dramaturgie populär, in der mit den verschiedensten Mitteln des episodischen Erzählens gespielt wird. Die aristotelische, dramatische Form von Anfang Mitte und Ende ist damit nicht abgeschafft. Ihre normative Dominanz, die wir durch zahlreiche amerikanische Drehbuchschulen von Syd Field, über Linda Seger, bis zu Robert McKee und ihren deutschen Apologeten kennengelernt haben, sollte aber in Frage stehen. Ebenso wie die psychologisch geprägte Dramaturgie, die in Deutschland aktuell von Roland Zag – oder in der Vergangenheit von Dirk Blothner – vertreten wird.

Die Dramaturgie der aristotelisch-amerikanisch geprägten Schule, aber auch die psychoanalytische Variante, sieht den Zuschauer letztlich als erziehbares Objekt, als eine verfügbare, beschreibbare Masse, die mit einer narrativen Form an die Leine gelegt und zum Trog geführt werden kann. Genau das verweigern nun vor allem die jungen Zuschauer der westlichen Welt.

Die digitale Form der Produktion und Distribution von Filmen und Serien ermöglicht einerseits die viel beklagte kostenlose Rezeption dieser Werke. Andererseits eröffnet die episodische Dramaturgie eine Welt der Erzählung, die um vieles reicher ist und durch ihre moralische Anti-Haltung viel eher den „Nerv“ trifft. Mit Freuden sehen diese Zuschauer, wie die erzählerischen Grenzen gesprengt und die vorhersehbare Dramaturgie einfach mal nicht bedient wird.

Ich habe nichts gegen berechenbare Geschichten, ich liebe Genre, Thriller, Krimis und Komödien, aber ich plädiere dafür die old school als solche zu begreifen und den Kopf aufzumachen. Dramaturgen und Autoren sollten sich an denselben fassen und ihre dienende Position aufgeben.

Antihelden und negative Helden feiern ein großes Comeback. Nicht nur in den „Sopranos“ und Co. Im letzten Jahr hat der kleine, episodische Film „Oh Boy“ den deutschen Filmpreis gewonnen. Die Hauptfigur ist ein klassischer Antiheld mit hybrider Moral, der ohne Ziel durch Berlin treibt. Und „Oh Boy“ hat zudem eine nicht unerhebliche Zahl von Zuschauer in die Kinos gelockt.

Auch die Entwicklung von Figuren, schon immer eine der edelsten Aufgaben der dramaturgischen Arbeit, steht vor neuen spannenden Herausforderungen. Über dreizehn und mehr Folgen, gar über mehrere Staffeln, können vielfältige innere Abgründe und Wendungen erzählt werden. Das gilt vor allem für Serien und Spielfilme, die jetzt, hier und heute, in diesem Land geschrieben werden.

Was wir als Autoren und Dramaturgen jetzt entwickeln, wird in zwei, drei Jahren, wenn das dritte goldene TV Zeitalter Deutschland erreicht hat, auch hier produziert werden. Meiner Überzeugung nach ist es nur eine Frage der Zeit, bis Netflix, Amazon, Yahoo und Sky auch auf dem größten und wichtigsten europäischen Markt eigene Serien, Reihen und Spielfilme in Auftrag geben. Wir können schon jetzt darauf gespannt sein, wie die öffentlich-rechtlichen Sender, aber auch die Privaten, mit ihren jährlichen Milliardenbudgets darauf reagieren werden. Noch trauen sie sich nicht so recht, aber ich freue mich schon darauf, wenn auch bei uns Mörderinnen (nur ein Beispiel) zu Heldinnen werden.

Vielleicht müssen wir unsere Hunde zum Jagen tragen. Also diejenigen Redakteure und Produzenten an die Hand nehmen, wenn sie nach der Buchbesprechung ebenfalls von einem anderen deutschen Fernsehen träumen.

Bisher habe ich mich in der Formulierung von dramaturgischen Positionierungen öffentlich zurück gehalten. In der Diskussion mit Autoren, Produzenten und auch mit den Drehbuchstudenten, mit denen ich arbeite, fordere ich aber immer wieder, Haltung zu beziehen. Da kann ich mich selbstverständlich nicht ausnehmen. Ich halte es für wichtig, aus der vielfältigen Diskussion um Kultserien auch für die Dramaturgie Konsequenzen zu ziehen. Vor allem weil das Handwerk des episodischen Erzählens, wie es Dagmar Benke in ihrem Buch „Freistil“ beschrieben hat, sich inzwischen aus der Nische ins Zentrum bewegt hat. Das ist ein wichtiger Paradigmenwechsel.

Um weiter ernst genommen zu werden, halte ich es für wesentlich, von diesen Entwicklungen zu lernen und für unsere Geschichten zu nutzen. Autoren, Produzenten, Redakteure und Verleiher des deutschen Films und der deutschen Serie (und übrigens auch der Games) brauchen fachkundige Streiter, die Partner für diejenigen sind, die mit ihren Visionen den Markt aufmischen wollen. Nur so werden wir auf das selbstbewusste, eigenständige Publikum treffen, das wir uns für unsere Filme und Serien wünschen und brauchen. Wenn wir die Menschen ernst nehmen, wenn wir uns selbst als Teil der andauernden Erzählung unserer Gesellschaft und des Lebens begreifen, dann schaffen wir es, die Hirne und Herzen mit unseren Geschichten zu erreichen.

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Jürgen-Seidler

JÜRGEN SEIDLER ist Dramaturg, Autor, Produzent und Geschäftsführer von Script House. Er unterrichtet an der dffb, leitet Workshops in Deutschland, Europa und Afrika und realisierte als Autor und Regisseur verschiedene Dokumentarfilmprojekte. Er ist Mitglied der Europäischen Filmakademie und war Gründungsmitglied von VeDRA, Verband Deutscher Film-und Fernsehdramaturgen.

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Netflix als Hilfeschrei http://drama-blog.de/netflix-als-hilfeschrei/ http://drama-blog.de/netflix-als-hilfeschrei/#comments Tue, 29 Apr 2014 16:11:31 +0000 http://drama-blog.de/?p=3202 Das mögliche Eintreten von Netflix auf den deutschen Markt wird ja fast so sehr herbeigesehnt, wie das Erscheinen des Heilands höchstpersönlich. Warum eigentlich? Thomas Lückerath hat auf DWDL einen ausführlichen Artikel zum Netflix-Hype in Deutschland veröffentlicht. Darin macht er klar, … Continue reading 
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Das mögliche Eintreten von Netflix auf den deutschen Markt wird ja fast so sehr herbeigesehnt, wie das Erscheinen des Heilands höchstpersönlich. Warum eigentlich?

Thomas Lückerath hat auf DWDL einen ausführlichen Artikel zum Netflix-Hype in Deutschland veröffentlicht. Darin macht er klar, dass die hohen Erwartungen sich aller Voraussicht nach nicht erfüllen werden. Das liegt zum einen daran, dass auch Netflix für ein gutes deutsches Angebot auf Lizenzen angewiesen ist. Und viele dieser Streaming-Lizenzen sind für den deutschen Markt schon an Wettbewerber vergeben, angefangen von Sky über Maxdome und Watchever bis hin zu Amazon Prime. Dass Netflix in Amerika ein gutes Angebot an Serien und Spielfilmen hat, bedeutet also noch lange nicht, dass das auch in Deutschland der Fall wäre.

Im Übrigen ist das Angebot von Netflix auch in den USA nicht so gut, wie man beim sehnsüchtigen Blick über den Atlantik gerne vermutet. Wer Zugang zu einem amerikanischen Netflix-Account hat, weiß beispielsweise, dass sämtliche HBO-Serien nicht auf Netflix zu finden sind.

In der Tat haben wir mit Maxdome, Watchever, Entertain und neuerdings auch Amazon Prime bereits ein gutes Angebot an Streaming-Anbietern. Der Eintritt von Netflix in den deutschen Markt wird dieses Angebot bestenfalls ergänzen – eine Revolution wird es nicht.

Lückerath stellt völlig richtig fest, dass der große Hype um Netflix sich wohl weniger aus der Sehnsucht nach einem gutem Streaming-Angebot nährt als vielmehr in der Hoffnung, dass dann auch in Deutschland bessere Serien produziert werden. Dabei hat Netflix auf diesem Gebiet bislang lediglich mit „House of Cards“ große Aufmerksamkeit erregt, die meisten der hochgelobten Serien stammen nach wie vor von Pay-TV-Sendern. Und ob Netflix überhaupt auch Serien für den deutschen Markt produzieren wird, steht noch völlig in den Sternen. Lückerath schließt daher:

Wunder vollbringen kann auch Netflix nicht. Je intensiver man sich auf diese Spurensuche einlässt, desto deutlicher wird am Ende: Die deutsche Hoffnung auf Netflix ist ein Hilfeschrei. Nicht Netflix ist so unglaublich gut — das deutsche Fernsehen nur oft so unfassbar schlecht.“

Was das deutsche Publikum will ist vor allem ein höheres erzählerisches Niveau im Serienbereich. Das können – oder wollen – die deutschen Free-TV-Sender aber bislang nicht bieten, auch wenn in letzter Zeit ein wenig Bewegung in den Markt zu kommen scheint.

Eine deutsche Antwort auf den Netflix-Erfolg ist also keine technische Frage. Es ist eine Frage des Storytellings. Darauf sollten sich die Anstrengungen konzentrieren. Eigene serielle Produktionen sind der Schlüssel zum Erfolg des Fernsehens dieser Tage.“

Lückerath hat Recht: die Bedeutung von eigenproduzierten Serien ist durch das Abflauen der Casting- und Reality-TV-Welle so groß wie lange nicht mehr. Der einstige Marktführer RTL kann ein Lied davon singen, aber auch die anderen Sender haben sich viel zu lange auf ihren Quoten-Lorbeeren ausgeruht.

Trotzdem gibt es bei allen großen deutschen Sendern bislang bestenfalls zaghafte Versuche, in die schöne neue Serienwunderwelt aufzubrechen. Das ist zu wenig und vielleicht auch schon zu spät.

 

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