Film finanziert Journalismus

Mit Filmen fürs Kino oder Fernsehen Geld zu verdienen, ist alles andere als einfach. Aber diese Probleme sind nichts verglichen mit denen von Print-Journalisten – vor allem solchen, die aufwändige Reportagen machen oder Investigativ-Journalismus betreiben.

Zwei Ausnahme-Talente, die es immer wieder schaffen mit außergewöhnlichen, gut recherchierten Geschichten Aufsehen zu erregen sind Joshuah Bearman und Joshua Davis. Bearmans Wired-Geschichte über die Geiselkrise im Iran wurde gerade verfilmt und hat den Oscar für den besten Film eingeheimst: „Argo“.

Die beiden haben eine neue Firma gestartet, die aufregenden Reportage-Journalismus finanzieren will. Ein wesentliches Augenmerk legen sie dabei auf Geschichten, die sich gut verfilmen lassen – schließlich haben die beiden selbst inzwischen ganze 18 Geschichten an Filmproduktionsfirmen optioniert.

Magazine Writing on the Web, for Film - NYTimes.com

Die Zeiten, in denen aufwändige Reportagen von finanziell gut ausgestatteten Print-Medien finanziert wurden, sind endgültig vorbei. Die Art von Journalismus, wie die beiden Joshuas sie betreiben, erinnert in der Tat viel mehr an die Arbeitsweise der Filmproduktion. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn Reportage-Journalisten von vornherein an alle möglichen Auswertungsformen ihrer Geschichten denken und die wiederum zur Finanzierung von unabhängigem Qualitätsjournalismus beitragen.

Bearman formuliert in einem Artikel in der New York Times seine Vision für diese neue Art von Journalismus so:

“Maybe this is a moment, with all of these different platforms opening up, with new tools and new ways of telling big stories, when writers can get some control in the kind of work they do.”

3 thoughts on “Film finanziert Journalismus

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.