In der Blockbuster-Falle

Der vergangene Sommer war reich an spektakulären Blockbuster-Flops. Die Klage über immer formelhaftere Superheldengeschichten nach ein und dem selben Schema war in aller Munde und George Lucas und Steven Spielberg sahen sich sogar bemüßigt, den drohenden Untergang Hollywoods zu prophezeien, weil die Studio-Bosse mit immer teureren Mega-Blockbustern zunehmend ihre eigene Existenz aufs Spiel setzten.

Tatsächlich sprechen die Zahlen aber – leider – eine andere Sprache, wie Harvard-Professorin Anita Elberse in einem Artikel auf Vulture erklärt: Es sind immer noch und zunehmend eben diese viel gescholtenen Blockbuster, die für die Studios das große Geld machen, daran ändern auch die spektakulären Flops nichts. Im Gegenteil: auch trotz gelegentlicher Flops sind teuren Megablockbuster unter dem Strich immer noch eine sicherere Wette, als die meisten kleineren Filme.

Weil die Budgets der großen Tentpole-Filme aber inzwischen so astronomisch sind, dass ein Studio mehr als zwei Mega-Flops pro Saison kaum verkraften kann, steigt der Druck, auf vermeintlich sichere Konzepte zu setzen, nur noch weiter. Das ist die Blockbuster-Falle, in der die Studios sitzen.

Schuld daran, meint Elberse, seien weniger die Studios als die Zuschauer, die dann doch eher in Scharen in die großen Filme gingen, als in die kleineren. Aber das greift zu kurz. Denn diese Dynamik ist eher das Resultat aus verständlicher Risikovermeidung einerseits sowie der notorischen Schwierigkeit, die Zuschauerakzeptanz für einen Film vorherzusagen andererseits.

Der kommerzielle Erfolg der Mega-Blockbuster besteht vor allem darin, dass er die Unwägbarkeit dessen, was eine gute Geschichte sein könnte, eliminiert, indem er  spektakuläre Schaueffekte in den Vordergrund rückt, für die die Geschichte nur noch das Mittel zum Zweck ist. Es ist der Film als Jahrmarktspektakel, als theme park ride, wie Spielberg sagte, das ihn für ein bestimmtes Publikum zum Ereignis macht, das es meint, nicht verpassen zu dürfen. Erst diese Qualität macht den Blockbuster zum planbaren, vermarktbaren Produkt mit kalkulierbarem Risiko.

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