Loslassen lernen

Darauf hat Deutschland gewartet: Mit dem Lob der New York Times für die RTL-Serie „Deutschland 83“ und dem Ritterschlag ihrer Ausstrahlung im US-Kabelfernsehen scheint das Goldene Zeitalter des Fernsehens endlich auch bei uns anzubrechen, wie David Denk für die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Deutschland-83

Natürlich ist es eine schöne Ohrfeige für die Öffentlich-Rechtlichen, dass der „Spagat zwischen Konventionalität und Anspruch“, der „Deutschland 83“ offenbar gelingt, ausgerechnet von RTL produziert wurde, dem ehemaligen Kommerz-Schmuddelkind der deutschen Fernsehlandschaft, auf das die wohlmeinenden Redakteure von ARD und ZDF so gern herabsehen.

Den Schlüssel zum Erfolg sieht David Denk – wieder einmal – in der Emanzipation der Autoren:

„Wenn die Redaktionen, vor allem bei den Öffentlich-Rechtlichen, vom Boom der Qualitätsserie nachhaltig profitieren wollen, müssen sie loslassen, vertrauen lernen. Denn Serien-Fernsehen ist kein Redakteurs-Fernsehen – Serien-Fernsehen ist Autoren-Fernsehen.“

Diesen Satz wünscht man sich dutzendfach großformatig ausgedruckt an die Wände deutscher Redaktionszimmer genagelt. Denn dann steht dem schönen neuen Serienzeitalter auch in Deutschland nichts mehr im Weg.

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