Spielberg, Lucas und das Ende des Kinos

Die apokalyptischen Äußerungen von George Lucas und besonders Steven Spielberg über den bevorstehenden Untergang Hollywoods haben in der Blogosphäre ziemlich große Wellen geschlagen. Natürlich ist es eine große Ironie, dass ausgerechnet die beiden Filmemacher, die als die Erfinder des Blockbusters gelten, darüber klagen, dass Hollywood an den immer aufwändigeren, teureren und gleichzeitig immer einförmigeren Mega-Filmen zu ersticken droht.„There’s going to be an implosion where three or four or maybe even a half-dozen mega-budget movies are going to go crashing into the ground, and that’s going to change the paradigm“, orakelte Steven Spielberg im Hollywood Reporter.

Ironman

David Edelstein hat für das New York Magazine ein lesenswertes Interview mit der Produzentin Lynda Obst geführt, das ein Licht auf die Hintergründe der neuen Hollywood Angst scheint. Als Grund für die Entwicklung sieht sie vor allem den Zusammenbruch des DVD-Marktes und die neue Dominanz des internationalen Geschäfts, das inzwischen 80 Prozent des Umsatzes der Hollywood-Studios ausmacht. Wer noch mehr von Lynda Obst lesen will, dem sei ihr Essay auf Salon.com ans Herz gelegt.

Richard Brody denkt im New Yorker schon einen Schritt weiter und fragt sich, ob auch die amerikanische Filmindustrie demnächst eine Förderung braucht, damit jenseits von Superhelden und Weltuntergangsphantasien auch noch inhaltlich anspruchsvollere Filme entstehen können. Dabei wagt er einen Blick auf den Weltmarktführer in Sachen Filmförderung: Frankreich. Was er da sieht, empfindet er allerdings alles andere als ermutigend.

Scott Myers hat sich auf „Go into the Story“ ebenfalls Gedanken zu dem Thema gemacht und sieht sich an, wie Blockbuster noch vor zehn Jahren aussahen. Der wesentliche Unterschied zu heute: keine Superhelden und kaum Sequels.

Myers legt den Finger in die Wunde, wenn er sich fragt, warum ausgerechnet die so extrem risikoscheuen Anzugträger in den Studios inzwischen ausschließlich auf immer teurere Filme setzen. Irgendwie erinnert mich das an die Zeit vor der Finanzkrise, als es Immobilien waren, für die kein Preis zu hoch zu sein schien…

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