Warum wir Geschichten erzählen

In einem interessanten Beitrag auf TED stellt Yuval Noah Harari eine für Geschichtenerzähler charmante These auf: die Menschheit sei als Art vor allem deshalb so erfolgreich, weil sie die Fähigkeit entwickelt habe, Geschichten zu erzählen.

Zusammengefasst lautet das Argument: Was Menschen im Vergleich mit anderen Arten auszeichnet, ist ihre Fähigkeit, in großen Gruppen zusammenzuarbeiten. Um eine große Gruppe von Individuen dazu zu bringen, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen, braucht es eine fiktionale Geschichte, an die alle glauben: Religionen, Nationen, Geld oder – Menschenrechte.

Die großen Kulturleistungen der Menschheit gehen für Yuval Noah Harari damit grundsätzlich auf die Fähigkeit des Geschichtenerzählens zurück.

Zugegeben: für diese Fähigkeit braucht es auch noch Kleinigkeiten wie ein hoch entwickeltes Selbst-Bewusstsein und Sprache. Beides reicht aber für sich nicht dafür aus, sich die Welt untertan zu machen. Dafür braucht es vielleicht wirklich den einigenden Glauben an eine fiktionale Geschichte.

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