Wie George und Steven auf Indy kamen

Was bei Drehbuchbesprechungen geschieht, dringt selten ans Licht der Öffentlichkeit. Der Grund dafür ist einfach: der kreative Prozess braucht einen geschützten Raum, in dem es möglich ist, auch schlechte Ideen zu äußern, ohne irgendwann schadenfroh darauf festgenagelt zu werden.

Je prominenter die Beteiligten sind, desto stärker wird in der Regel auf Geheimhaltung geachtet. Umso erstaunlicher ist es, dass es ein Transkript einer Brainstorming-Session von zwei der größten Hollywood-Legenden überhaupt gibt: Ende Januar 1978 trafen sich George Lucas und Steven Spielberg für ein paar Tage auf Hawaii, um gemeinsam mit Drehbuchautor Lawrence Kasdan über eine Film-Idee von George Lucas zu sprechen.

In der Geschichte soll es um einen hemdsärmeligen Archäologen gehen, der auf der Suche nach einem Schatz um die ganze Welt reist und dabei von einem Abenteuer ins nächste gerät. Die Rede ist natürlich von „Indiana Jones“ und das Transkript kann man unfassbarerweise einfach so hier herunterladen.

Wer nicht die ganzen 90 Seiten des Transkripts studieren will, kann in einem Artikel im New Yorker eine gute Zusammenfassung des Gesprächs der beiden Hollywood-Giganten nachlesen.

Gleich am Anfang beschreibt George Lucas das Grundkonzept des Films, nach dem heute fast jeder Blockbuster gestrickt ist: es soll sich ein großes Set-Piece ans nächste reihen.

„And each cliffhanger is better than the one before“, fügt Spielberg begeistert hinzu. „What we’re doing here, really, is designing a ride at Disneyland“, resümiert er wenig später.

Leicht lesbar ist das Transkript nicht gerade, aber dafür bietet es einen ungeschminkten Einblick in die Arbeitsweise von zwei Filmemachern, die das Kino von heute geprägt haben wie niemand sonst. Ein echter kleiner Schatz.

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