Online-Videos und Fernsehen

Welche Auswirkungen hat die Online-Videonutzung auf den Fernsehkonsum? Bis jetzt erstaunlich wenig. Obwohl die tägliche Nutzungsdauer des Internets immer weiter steigt, wächst auch die tägliche Nutzungsdauer des Fernsehens kontinuierlich. Wir konsumieren einfach immer mehr Medien.

Die Nutzung des Online-Videoangebots hält sich aber immer noch in engen Grenzen. Es ist eben nicht so, wie Heike Bedrich auf dem Blog Digitalstrategie schreibt, dass die Jugend in Deutschland inzwischen mehr Zeit mit Online-Videos als mit Fernsehen verbringt – sie verbringt mehr Zeit im Internet als mit Fernsehen, aber nur einen Bruchteil davon mit Online-Videos.1

Auch wenn sich die folgende Grafik nicht auf deutsche Konsumenten unter 30 Jahren bezieht sondern auf die Gesamtbevölkerung der USA – die Gewichtung der Online-Nutzung dürfte bei uns nicht wesentlich anders aussehen:

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Zwar ist die Anzahl von im Internet abgerufenen Videos beeindruckend – aber dabei handelt sich in aller Regel um kurze Clips. Mehr als 20 oder 30 Minuten am Tag wird wohl auch der pubertierendste Jüngling kaum mit Y-Titty und ähnlichen YouTube-Angeboten verbringen.

Das Fernsehen ist also immer noch König, wenn es um bewegte Bilder geht. Auf seinen Lorbeeren ausruhen darf es sich dennoch nicht – schließlich gibt es gibt immer mehr und immer attraktivere Alternativen zum starren Programmschema des klassischen Rundfunks.

  1. Dass Online-Videos 2013 91 Prozent des Internet-Traffics ausmachen werden, ist in diesem Zusammenhang völlig irrelevant, weil eine Minute grieseliges Online-Video ungefähr 1000 mal mehr Daten verschlingt als eine bunte Website mit einem Haufen Text. []